Vatnik Suppe
Suppen-Nummer325
Datum12.02.2025
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Populism (en)

Populismus

Diese Vatniksoup bespricht Populismus. Populismus beschreibt politische Positionen, bei denen die Idee des „einfachen Volkes“ im Gegensatz zu den „Eliten“ im Mittelpunkt steht. In den letzten Jahrzehnten hat er in der ganzen Welt & speziell in den USA & Europa zugenommen.
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Populismus positioniert „das Volk“ gegen „die Eliten“. Es ist ein politischer Ansatz, der behauptet, das normale Volk zu vertreten, wobei er komplexe Themen oft sehr vereinfacht & Bitterkeit aufgreift. Populismus kann links, rechts oder irgendwo dazwischen angesiedelt sein.
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In den USA und Kanada kamen im 19. und frühen 20. Jahrhundert populistische Strömungen oft von kleinen, unabhängigen Bauern, „dem Volk“, die sich gegen die Banker und Politiker oder „die Eliten“ stellten. Die People's Party [Volkspartei] in den USA galt als…
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…„eine der bedeutendsten populistischen Bewegungen“, die sich für sozialistische Themen wie Verstaatlichung der Eisenbahnen, Gewerkschaften, Volksabstimmungen usw. einsetzte. Eine weitere Bewegung war Share Our Wealth, die Umverteilung von Reichtum in den USA forderte.
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Die 2010er Jahre waren das goldene Zeitalter des Populismus: Trumps MAGA & „America First“, Brexits „Take Back Control“, Lulas Populismus der „Arbeiterklasse“, Modis Appell an den Hindu-Nationalismus und Orbáns „illiberale Demokratie“ sind Teil des modernen Populismus.
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Die Finanzkrise 2008 kann als Startpunkt betrachtet werden, da sie das Vertrauen in Institutionen & Regierungen zerstörte, die sich auf die Rettung der Banken konzentrierten. Wirtschaftliche Ungleichheit schuf fruchtbaren Boden für Anti-Elite-Rhetorik. Die Krise rief zwei…
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...Anti-Establishment-Bewegungen in den USA hervor: Occupy & die Tea Party. Erstere protestierte gegen die Superreichen & war zumeist überparteilich, letztere entstand um die Republikanische Partei herum & wurde durch Rand Paul populär:

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Aber es dauerte noch, bis Populismus zum Opium für die Massen wurde. Um an die Macht zu kommen, machten sich die Populisten eines der mächtigsten politischen Werkzeuge der Welt zunutze: die sozialen Medien. Da „das Volk“ auf Social-Media-Plattformen wie Facebook aktiv war…
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…sahen populistische Spin Doctors darin Chancen. Algorithmen förderten polarisierende Inhalte & halfen, die traditionellen Medien zu umgehen. Memes, Empörung & virale Slogans wurden zu politischen Instrumenten. Populismus wurde zu einem Phänomen der Ära der sozialen Medien.
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Die US-Präsidentschaftswahlen 2016 waren vor allem von Populismus und Anti-Establishment-Rhetorik geprägt. Bernie Sanders und Donald Trump waren sich in vielen Fragen einig, unter anderem über Handelsabkommen. Beide behaupteten, „für das Volk“ zu sprechen.
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Donald Trumps Aufstieg an die Macht ist ein Paradebeispiel für modernen Populismus. Er positionierte sich als politischer Außenseiter und machte sich die Wut & Enttäuschung der Wähler zunutze, die sich von Globalisierung & traditionellen Politikern zurückgelassen fühlten.
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Trumps „America First“-Agenda sprach die an, die glaubten, dass globale Handelsabkommen und die Einwanderungspolitik den 🇺🇸 Arbeitern schadeten. Seine Rhetorik über „schlechte Geschäfte“ und „offene Grenzen“ fand bei denen Anklang, die sich als Opfer dieser Trends sahen.
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Er hat die sozialen Medien wie keiner vor ihm als Waffe eingesetzt. Er umging die Mainstream-Medien & kommunizierte auf Plattformen wie Twitter direkt mit Fans. Trump verbreitete seine Botschaft ungefiltert & oft mit impulsiven Worten die die Nachrichtenzyklen dominierten.
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Seine Kampagne griff kulturelle Ängste auf & verwendete Themen wie Einwanderung um Spaltungen zu verstärken & an nationalistische Gefühle zu appellieren. Sein Slogan „Make America Great Again“ implizierte, dass die Größe der 🇺🇸 von korrupten Eliten gestohlen worden war.
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Niemand kann Populismus besser als Trump. Er ist ein Wehrdienstverweigerer, der in Reichtum geboren wurde & von seinem Vater über 400 Mio Dollar geerbt hat. Trotzdem stellte er sich als Vertreter des „normalen Volkes“ dar & all seine Gegner als Teil der „globalen Eliten“.
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Später verwandelte sich Trumps Populismus in etwas anderes: einen Kult. Heute halten viele Trump-Fans ihn für ein gottähnliches Wesen, dessen Hauptaufgabe darin besteht, „den Sumpf trocken zu legen“ und „Amerika wieder groß zu machen“. Die Fans scheint es nicht zu stören…
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…dass sich der Präsident mit den reichsten Menschen der Welt umgibt, und sein Steuervorschlag darauf abziehlt, ihn und diese Menschen noch reicher zu machen. Gleichzeitig führt er massive Zölle ein, die am Ende die Unter- und Mittelschicht der USA treffen werden.
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Populisten leben vom Anti-Elitismus, werden aber oft zur Elite. Trump hat zB versprochen, den „Sumpf“ zu bekämpfen, aber seine Verwaltung mit Insidern besetzt. Viktor Orbán prangert Korruption an, konsolidiert aber seinen Reichtum unter Loyalisten und Familienmitgliedern:

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Populismus ist heute eine politische Bewegung, die einfache, emotionale Geschichten anbietet, die an eine gemeinsame (nationalistische oder stammesbezogene) Identität appellieren & Minderheiten, Einwanderer oder globale Institutionen als Ursache aller Probleme darstellt.
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Populismus kann legitime Übel ansprechen, aber komplexe Themen werden oft vereinfacht & das Vertrauen in Institutionen untergraben. Populistische Führer schaden der Demokratie, da sie Macht konzentrieren, Experten entlassen & sich als einzige Stimme des Volkes darstellen.
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Warum funktioniert Populismus grade so gut? Die sozialen Medien verstärken diese Rhetorik, da sie die schnelle Verbreitung von Narrativen erleichtern. Angesichts steigender Energiepreise & Inflation bieten Populisten schnelle Lösungen für komplexe globale Probleme an.
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In 🇪🇺 erreichte der Rechtspopulismus um 2014 mit Le Pen, Salvini & Wilders als populistische Stars seinen Höhepunkt. Ihre Parteien gewannen bedeutende Sitze im Europäischen Parlament. Heute ist ein ähnlicher Trend in 🇩🇪 (AfD), Rumänien (Georgescu) & 🇬🇧 (Reform) zu sehen.
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Auch Putin weist populistische Züge auf, aber ihn nur als Populist zu sehen, vereinfacht seinen Führungsstil & Strategie zu sehr. Putins Führungsstil ist mehr eine Mischung aus Autoritarismus & Nationalismus, aber er hat sich auch des „strategischen Populismus“ bedient.
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So stellt er sich zB als Beschützer der Souveränität und der Traditionen Russlands dar. Er vereint die russischen Bürger oft mit (falschen) historischen Erzählungen. Er positioniert sich auch als „Anti-Elitist“, der gegen „westliche Eliten und Globalisten“ kämpft.
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Populismus ist eine politische Idee, die „das Volk“ gegen „die Eliten“ ausspielt. Aber die, die sich des Populismus bedienen, kommen oft aus Machtpositionen: Medienmogule, reiche Geschäftsleute & südafrikanische Oligarchen, die den Populismus zu ihrem Vorteil nutzen.
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